
Neue
Agrarpolitik ist ein Angebot an die Bauern
Ministerin
Künast auf dem Landesbauerntag Sachsen-Anhalt
Bonn,
07. Mai (bme) - Verbraucherschutzministerin Künast forderte
die Teilnehmer des Landesbauerntages
in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) vergangene Woche (3. Mai) auf,
die Chancen, die
die Agrarwende bietet, konsequent zu nutzen: "Die neue Agrarpolitik
wendet sich nicht gegen die
Bauern. Sie ist ein Angebot an die Bauern, dass hohe Produktionsstandards
und gute Qualität auch
entsprechend honoriert werden."
Einen
Schwerpunkt ihrer Rede bildete die Agrarwende. Eine "Politik der
kleinen und energischen Schritte"
sei gefordert. Zugleich gelte es, die nationalen Spielräume im
Rahmen der Agenda 2000 künftig
stärker zum Umsteuern zu nutzen. Frau Künast führte aus: "Ein
wichtiger Baustein ist dabei die
Reduzierung von Direktzahlungen der EU, um die eingesparten Mittel
für gezielte Fördermaßnahmen
im ländlichen Raum zu verwenden. Dazu gehören z.B. nach den Vorgaben
der EU
Agrarumweltmaßnahmen, eine noch bessere Förderung des ökologischen
Landbaus, Vorruhestandsregelungen
oder Aufforstungsprogramme." Die Ministerin verwies darauf, dass
in Kürze
ein Umsetzungskonzept vorgelegt werde. Sie versicherte: "Es wird
keinen Vorschlag geben, der
einseitig zu Lasten der neuen Länder geht. Wir haben hier nun
mal historisch bedingt eine andere
Betriebsstruktur als im Westen. Das darf der Landwirtschaft, die
einen schwierigen, aber erfolgreichen
Weg der Umstrukturierung hinter sich hat, nicht zum Nachteil gereichen."
Entscheidend
für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft
und damit auch
für die Sicherung von Arbeitsplätzen wird sein, den Verbrauchern
durch konsequentes Handeln zu
verdeutlichen, "dass die in Deutschland erzeugten Produkte in
punkto Qualität und Sicherheit topp
sind." Frau Künast rief die Landwirte auf, sich das Projekt Agrarwende
zu eigen zu machen: "Suchen
Sie den Dialog mit den Verbrauchern! Engagieren Sie sich in Verbänden,
Gremien und Initiativen,
damit das neue Denken weitergetragen wird!"
Die
Ministerin ging ausführlich auf die Folgen der BSE-Krise für die
landwirtschaftlichen Betriebe ein.
Solange man über die Ursachen und Weiterverbreitung des Rinderwahns
so wenig wisse, müsse
"das Prinzip des vorbeugenden Verbraucherschutzes" im Mittelpunkt
stehen. Das Vertrauen der
Verbraucher könne nur gewonnen werden, wenn diese davon ausgehen
könnten, dass ein Höchstmaß
an Sicherheit in der Erzeugung gewährleistet sei. Dies gelte auch
für die Frage, ob im BSE-Fall
der gesamte Bestand oder nur die betroffene Kohorte getötet werden
muss. Entscheidend sei,
ob es eine Ernährungsgemeinschaft gegeben hat oder nicht.
Frau
Künast wies den Vorwurf zurück, die Bundesregierung ließe die
Bauern bei den BSE-
Folgekosten
im Regen stehen. Die Bundesregierung übernimmt rund 500 Millionen
DM zur Finanzierung
von BSE-Maßnahmen der Gemeinschaft - nach jetzigem Stand in diesem
Jahr ca. 360
Millionen DM für den nationalen Anteil der beiden Herauskaufaktionen
einschließlich der voraussichtlichen
Lieferungen nach Nordkorea und die für Beseitigung und Wertausgleich
tiermehlhaltiger
Futtermittel auf den Höfen anfallenden Kosten. Damit stelle die
Bundesregierung mehr
als 900 Mio. Mark für BSE-bedingte Maßnahmen zur Verfügung.
(Quelle:
www.verbraucherministerium.de)
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